Kaffeelexikon
Das Aristipposian Kaffeelexikon ist ein Kompendium, das Namen, Begriffe und Bezeichnungen im Wortschatz der Kaffeewelt umfasst - umgangsprachlich, sowie fachbezogen. Diese werden mit Zeichnungen und Abbildungen begleitet, damit die Darstellung dieses wichtigen Handelsproduktes nicht nur Wissen, sondern auch Freude vermittelt. Es beinhaltet das Lexikon als Hauptwerk, sowie die „Kaffeezahlen“ und die „Kaffeejahre“, eine Sammlung und Dokomentation von Zahlen und Jahren, die mit der Geschichte oder Kultur des Kaffees gesehen werden können.
In diesem Blog befindet sich die verkürzte Version zu der vollständigen Fassung, die im Herbst/Winter 2009 als Buch erscheint.
Der Aristipposian Kaffeelexikon Blog wird regelmäßig erweitert.
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- „al Banco“ - ist die Bezeichnung in Italien für den Preis, den jede Kommune für einen Espresso festlegt, solange der Gast sich nicht hinsetzt. Der höchste „al Banco“ Preis im ganzen Land beträgt einen Euro. Bleibt der Kunde stehen, darf ein Espresso höchstens einen Euro kosten.
- Bar – bezeichnet eine physikalische und technische Messung, um Druck zu definieren, wie bei – z.B. – elektronische Espressomaschinen. Der Druck, der eine solche Maschine durch Dampf erzeugt, welcher wesentlich zur Qualität bzw. Geschmack des Getränks beiträgt, nennt man Bar, auf Griechisch „báros“ bzw. „schwer“ bedeutend. Bis 1978 nannte man diese Maßeinheit „at“, für „Atmosphäre Überdruck“.
- Bica – wenn Sie in Portugal sind, sagen Sie einfach „Bica“, dann bekommen Sie einen Espresso.
- Café del Tiempo – ist in Spanien etwas für heiße Sommertage. Ein Espresso und Anislikör bilden die Basis. Der Anislikör, etwas Zitronenzeste und mehrere Kaffeebohnen werden erhitzt und flambiert. In die Flammen hält man einen Teelöffel Zucker, bis dieser karamellisiert ist und dann gießt man in den Anislikör. Übergossen wird dies dann mit einem frischen Espresso oder Ristretto. Ein extra Glas mit Eiswürfeln wird serviert und die heiße Mischung über die Eiswürfel geschüttet. Eine Variation wäre, den Zucker mit frischer Vanille zu karamellisieren.
- Cafe Pingado – Portugal – entspricht ein Espresso mit bloß ein paar Tropfen Milch dazu.
- Caffè Sospeso – „C’e un sospeso?” Mit dem Satz können sich bedürftige Bürger im Café erkundigen, ob ein „Aufgehobener“ zur Verfügung steht. Es ist Tradition in Neapel, dass ein Gast einen „caffè sospeso“ bestellt, einen Espresso bekommt und für zwei Espressi bezahlt. Der Zweite bereits bezahlte wird für jeglichen Besucher aufgehoben, der nach diesem fragen sollte. Ein Espresso für ein guten Zweck! Durch diese alte neapolitanische Tradition des Helfens dürfen auch Bedürftige am sozialen Leben in Cafés teilhaben. Hiermit wird anderen Bürgern nicht nur geholfen, man drückt damit auch Freude aus. Hat ein Neapolitaner Erfolg oder Glück gehabt, teilt er dieses Glück, indem er einen solchen Kaffee bestellt und somit sein Glück mit dem teilt, der nach ihm kommt.
- Coffee-to-go – oder zum mitnehmen, gilt als wesentlicher Teil der modernen Gesellschaft in Sachen Kaffeetrinken, zumindest in den westlichen Hemisphären. Ob aus Pappe oder Styropor werden Becher produziert, die die Handhabung trotz Hitze ermöglichen. Diese Idee wird seit ein paar Dekaden immer populärer, doch die Idee, einen Kaffee mitzunehmen existiert viel länger. Es war zum ersten Mal beim Golfen, dass ich die Idee einer Thermoskanne als Luxus empfand. Trotz Qualitätsverlust, was in der Isolierkanne immer geschieht, war es eine große Freude, aus dieser Kanne zwischen Abschlägen meinen Aristippos genießen zu können. Millionen von Arbeitern genießen diese Möglichkeit täglich seit des Industriezeitalters, Dank der Experimente vom schottischen Chemiker James Dewar, der bereits 1893 zur Reduktion der Wärmestrahlung Innenflächen von Glasgefäßen verspiegelte, der Professor Adolf Ferdinand Weinhold, der unabhängig von Dewar dieses Prinzip 1881 in Chemnitz nutzte, sowie der Glastechniker Reinhold Burger, der lange forschte und 1903 sein Patent an Thermos AG in Charlottenburg verkaufte, so dass die erste Serienproduktion 1920 stattfinden konnte.
- Coffee-to-stay – war zwischen dem 17. und Ende des 19. Jahrhunderts die übliche, ja die einzige gesellschaftliche Absicht bei der Bestellung oder Zubereitung eines Kaffees, bis das Industriezeitalter einbrach und die Isolierkanne erschuf. Also, was im Lexikon alphabetisch an erster Stelle kommt, kam geschichtlich an der Zweiten und ist deutlich auf dem Vormarsch, wieder üblich zu sein. Carlo Petrini’s Slow Food Bewegung ist in gewisser Weise eine wichtige Förderung für diese Idee.
- Espresso – am 6. Juli 1998 wurde das Nationale Institut für italienischen Espresso (Istituto Nazionale Espresso Italiano – INEI) gegründet, mit der Absicht, die Originalität des Espressos zu schützen und zu fördern. Obwohl Kaffee als Frucht mit Italien nichts zu tun hat und Espresso keine reine italienische Erfindung ist, hat keine Kultur so viel für die Entwicklung, Qualität und Populartität des Espressos geleistet, als die in Italien. Die Würde, mit der ihr Volk dieses Getränk konsumiert, sowie ihre Leistungen zur Technologie und Ästhetik der globalen Kaffeekultur sind sicherlich wichtige Gründe dafür. Um die Reinheit dieses Getränks zu bewahren, hat das INEI am 24. September 1999 den Espresso zertifizieren lassen. Somit müssen folgende Bedingungen erfüllt werden, bevor ein gastronomisches Unternehmen einen Kaffee als zertifizierten italienenischen Espresso verkaufen darf. Die Kaffeemischungen sind vorgegeben, die Geräte zur Zubereitung des Getränks und das Material und die Form der Tassen ebenso. Darüber hinaus, als vorgegebene Menge pro Tasse gilt 7 gm (± 0,5 gm) Espressomehl, Wassertemperatur 88°C (± 2°C), Temperatur des Getränks in der Tasse 67°C (± 3°C), Wasserdruck der Maschine 9 bar (± 1), Zeit zum Rausfließen des Getränks 25 Sekunden (± 2,5), Menge des Getränks, inklusiv Crema 25 ml (± 2,5).
- Kaffeejahr – entspricht nicht den uns üblich bekannten Kalenderjahr, sondern die Zeit von Oktober bis zum Ende September des folgenden Jahres.
- Kaffeeöl – neben Farbe ist Viskosität bei Ölen als Hauptqualitätsmerkmal von zentraler Bedeutung. Obwohl der Anspruch auf beste Wasserqualität stets von höchster Relevanz sein muss, hat sich Wasser darauf zu reduzieren, den Kaffee fließfähig, aber nicht nass zu machen. Kaffeeöl kann man sehen als den minimalen Kontakt zwischen Wasser und Kaffeemehl, bevor es zu einem Ristretto kommt. Die nächste Stufe wäre ein Espresso. Ein Aristippos wird mit Kaffeeöl hergestellt.
- Piccolo – ist in der Wiener Kaffeehaus Tradition auch der Junge bzw. der Anfänger, der später zum Ober avancieren kann.
- Sitzkassiererin – diese waren die einzige Damen, die in Kaffeehäuser Wiens bis ca. 1940 erlaubt wurden. Sie arbeiteten an der Kuchenvitrine und waren für das Kassieren der Getränke zuständig.
- Untertasse – ein scheinbar nebensächlicher Teller, der vor nicht allzulanger Zeit große Bedeutung beim Kaffee Trinken hatte, denn um das heiße Getränk ohne Verbrennung zum Mund führen zu können, goß den Kaffee erst auf die Untertasse und trank dann den abgekühlten Kaffee daraus.
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